Die Funktionelle Dreigliederung

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Der menschliche Organismus gliedert sich in drei Funktionseinheiten, den Wahrnehmungsbereich, den Stoffwechselbereich und den vermittelnden rhythmischen Bereich. Der Wahrnehmungspol ist primär im Kopfbereich, im Nerven - Sinnes - System lokalisiert, der Stoffwechselpol mit seinen Aufbau- und Abbauprozessen in den Verdauungsorganen und in den Gliedmaßen, der rhythmische Pol im Herz-Lungen-Gefäßbereich. Alle Bereiche durchdringen einander und bilden gemeinsam den einheitlichen Organismus.

Stoffwechsel-Gliedmaßen-System

Das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System ist an allen Aufbauvorgängen im Organismus beteiligt. Nahrungsstoffe werden verdaut und Körpersubstanz wird gebildet. Stoffwechselvorgänge sind „wärmehungrig“, das heißt für die Synthese von Körpersubstanz wird Energie - Wärme benötigt. Die Stoffwechselorgane sind asymmetrisch, in ihrer Form anpassungsfähig wie Darm oder Leber. Der typische Vertreter eines Stoffwechselorgans ist das Blut.

Nerven - Sinnes - System

Durch das Nerven - Sinnes - System wird die Außenwelt in nicht stofflicher Form, nämlich als Wahrnehmung in den Organismus hineingenommen. Nervenvorgänge sind immer von Substanzabbau geprägt. Dabei wird Wärme frei. Organe des Nerven - Sinnessystems weisen eine strenge Struktur und Lokalisation auf. Nervenorgane sind wenig vital, oftmals nicht mehr zur Zellteilung fähig und sterben schon bei kurzem Entzug von Nahrung und Sauerstoff ab.

Rhythmisches System

In den Organen des Rhythmischen Systems verbindet sich der Blutstrom aus den Stoffwechsel- Gliedmaßenorganen mit dem Blutstrom aus den Nerven-Sinnesorganen sowie mit dem Atemstrom. Die abbauenden Wirkungen des Nerven- Sinnes- Systems werden mit den aufbauenden Wirkungen des Stoffwechselsystems harmonisiert. Das Rhythmische System zeichnet sich durch Polaritäten aus: Systole - Diastole, Einatmung - Ausatmung, venös - arteriell.

Gesundheit und Krankheit

Krankheiten entstehen, wenn die Formkräfte des Nerven- Sinnes- Systems zu tief in den Bereich des Stoffwechsels hineinwirken. Dies führt zu sklerotischen, verhärtenden Erkrankungen. Überwiegen die aufbauenden Kräfte des Stoffwechsel - Gliedmaßen - Systems kommt es zu entzündlichen und auflösenden Erkrankungen. Erkrankungen an Organen des Rhythmischen Systems weisen entweder sklerotische Tendenzen (z.B. beim Herzinfarkt) oder auflösende Tendenzen (z.B. die Lungenentzündung) auf. Das Rhythmische System selbst erkrankt nicht.

Konsequenzen für die Pflege

Das pflegerische Handeln auf der Grundlage des Konzeptes der Funktionellen Dreigliederung orientiert sich am rhythmischen Ausgleich zwischen dem Formpol und dem Stoffpol des Menschen. Überschießende Stoffwechselprozesse werden durch formgebende Äußere Anwendungen (z.B. mit Zitrone, Salz, Schachtelhalm) behandelt, übergreifenden Formprozessen wird durch Wärme und Bewegung entgegengewirkt. Rhythmische Einreibungen geben ein Urbild für das harmonische Zusammenwirken von Stoffwechsel - Gliedmaßen und Nerven - Sinnes- System.

© 2009 Rolf Heine www.vfap.de

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